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Hörensagen - Sommerlektüre - "Die Sache mit dem Ich" von Marc Fischer

Digitale Flüsterpost: Hörensagen ist unsere Reihe für kulturelle und mediale Geheimtipps von Studierenden für Studierende. Unter Hörensagen sprechen unsere Redakteur*innen und Autor*innen ihre (Recht)verblüffendsten Podcast-, Buch-, Film- und Video- Empfehlungen rund um das Thema Recht und Gerechtigkeit aus! Dieses Mal im Fokus: Das Buch "Die Sache mit dem Ich" von Marc Fischer


von Leah Nowak


© Jolanda Zürcher

Warst du schonmal in New York und hast mit einem Aktivistenduo das CNBC Hauptgebäude gestürmt? Oder lagst mit einem japanischen Mafiosi in einem 50 Grad heißen Schlammbad in Beppu? Oder hast dir in der dunklen Schlange vor'm Berghain die Beine in den Bauch gestanden?


Marc Fischers Reportagen reichen von Politik über Kunst bis hin zum ganz alltäglichen Wahnsinn. In „Die Sache mit dem Ich“ finden sich 43 der schönsten Geschichten des früh verstorbenen Journalisten und Autors. Fischer schrieb unter anderem für die Zeit, den Spiegel, den Stern - und dabei ging es um viel mehr, als bloße Berichterstattung.


Rund um den Globus las er mit seinem Blick für’s Detail die einfachsten Situationen auf und verwandelte sie mit seiner Sprachgewalt in unvergessliche Abenteuer.


Durch Fischers Augen erleben die Leser*innen dabei Momente, so ungeschönt und absurd,

dass das Gelesene oftmals einem Tagtraum gleicht. Neben Alltagsmomenten hinterfragt Fischer das Politgeschehen und drückt seinen Finger präzise in Wunden von Ungerechtigkeit und Inkonsequenz. Trotz seines unerbittlichen Realismus füllt er seine Erzählungen dabei ganz nebenher mit sprühendem Humor, spielerischer Leichtigkeit und sanfter Wehmut für

verlorene Zeiten.


„Die Sache mit dem Ich“ ist ein Buch für all jene, die zum Träumen keine Fantasy-

Geschichten brauchen, sondern auch nach einem Ritt durch die Wirklichkeit auf

Wolken schweben.


Erschienen 2012 im Verlag Kiepenheuer & Witsch