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Hörensagen - Sommerlektüre - "Erfolg - Drei Jahre Geschichte einer Provinz" von Lion Feuchtwanger


Digitale Flüsterpost: Hörensagen ist unsere Reihe für kulturelle und mediale Geheimtipps von Studierenden für Studierende. Unter Hörensagen sprechen unsere Redakteur*innen und Autor*innen ihre (Recht)verblüffendsten Podcast-, Buch-, Film- und Video- Empfehlungen rund um das Thema Recht und Gerechtigkeit aus! Dieses Mal im Fokus: Das Buch

„Erfolg – Drei Jahre Geschichte einer Provinz“ von Lion Feuchtwanger


von Olivia Müller-Elmau


© Jolanda Zürcher

Dr. Krüger, dem Leiter der staatlichen Sammlung moderner Meister in München, ist der Politik ein Dorn im Auge - unter anderem weil er das „aufrührlerische“ Gemälde „Josef und seine Brüder - Gerechtigkeit“ aufhängen lässt.

Er kommt unter die Räder einer politischen Intrige: wegen Meineids angeklagt, wird er interniert und von seinem Posten entfernt. Während seine Verlobte Johanna Krain sich für eine Aufrollung seines Falles einsetzt, stellt sie fest, wie langsam und wenig gerecht die Mahlen der bayrischen Justiz mahlen.


Lion Feuchtwangers 1930 erschienener Roman „Erfolg“ zeichnet ein Bild der Münchner Gesellschaft und Politik in den frühen 1920er Jahren. Er verfolgt verschiedene einflussreiche Figuren der Münchner Gesellschaft, die teilweise an historische Persönlichkeiten angelegt sind, durch eine sich politisch wandelnde Zeit.


So fügt sich „Erfolg“ nicht nur zu einem spannenden und unterhaltsamen Roman, sondern auch zu einer scharfsinnigen Gesellschaftsstudie zusammen. Auf seinen 878 Seiten lässt „Erfolg“ auch Raum für Überlegungen zum Zusammenspiel von Justiz und Politik, der Aufgabe und politischen Pflicht von Kunst und wirft die Frage auf, ob Erfolg nachträglich alles Handeln rechtfertigt.


Wer nicht nur gern an andere Orte, sondern auch in die Vergangenheit verreist, dem ist Lion Feuchtwangers Roman „Erfolg“ als ausgedehnte Urlaubslektüre sehr ans Herz zu legen.



Erfolg. Drei Jahre Geschichte einer Provinz. Roman. Gustav Kiepenheuer, Berlin 1930.