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im Bilde: Whistlerblower - Schutz den Helden oder Strafe den Verrätern?

Streng vertrauliche Informationen, Verschlusssachen, Betriebsgeheimnisse – genau wie im Privaten, sind Geheimnisse auch in Politik & Arbeitswelt keine Seltenheit. Das ist grundsätzlich auch gut und notwendig. Es gibt aber Informationen, die einfach an die Öffentlichkeit gehören.


Dass man für die Wahrheit allerdings einen Preis bezahlt, hat Martin Porwoll, ein deutscher Whistleblower, zu spüren bekommen: Er machte publik, dass sein Chef als Apotheker Krebsmittel herstellte und verkaufte, die deutlich unterdosiert waren. Durch das Aufdecken dieses illegalen Missstandes im Unternehmen hat er vermutlich vielen das Leben gerettet.

Wer derart „heikle“ Informationen preisgibt, wird aber nicht nur als Held gefeiert, sondern riskiert oftmals seinen Job und wird möglicherweise sogar unter vorgehaltener Hand als Verräter abgestempelt.


Umso mehr verwundert es, dass das deutsche Recht bisher kein spezifisches Gesetz kannte, das Menschen wie Porwoll schützt. Diese Lage wird sich jedenfalls bis Ende 2021 ändern müssen, denn bis dahin gilt es, eine entsprechende EU-Richtlinie zum Whistleblowerschutz in nationales Recht umzusetzen. Dazu hat Justizministerin Christine Lambrecht (SPD) bereits einen Gesetzesentwurf vorgelegt. Über Details der Umsetzung, insbesondere der Frage welche Enthüllungen schutzwürdig sind, wird aktuell noch gestritten.


Illustrationen: Lea Donner.